Chili regt nicht nur den Kreislauf an.

Wir lieben die Märkte auf Java. Dort gibt es sooo ein reichhaltiges Angebot an Obst, Gemüse, Wurzeln, Rinden, Blättern und Gewürzen. In dieser Farbenvielfalt des trubeligen Marktgeschehens darf das kräftige Rot, Orange und Grün der kleinen Chilis nicht fehlen. Die kleinen, mitunter ´fiesen´ 😉 Schoten sind sozusagen das tägliche Lebenselexier der Indonesier. Bereits zum Frühstück wird die traditionelle Chili-Soße, genannt SAMBAL, als Begleiter zum Reis gereicht. Dabei hat jede Region, mitunter jeder Haushalt, seine ganz persönliche Rezeptur. Man unterscheidet zunächst einmal sehr grob in zwei Kategorien: Rotes Sambal (SAMBAL MERAH) und grünes Sambal (SAMBAL IJO). Kombiniert werden sie stets mit Knoblauch, kleinen roten Zwiebeln, dann in Öl angebraten und mit Kokosblütenzucker sowie Salz abgeschmeckt. Nach dem Basisrezept sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: Man kann mit Limetten, mit Tomaten, Auberginen, Zucchini arbeiten. Hauptsache schön scharf! Dabei gilt: Je kleiner, desto heftiger… während es bei den Indonesienern schon lange nicht mehr 2x brennt, bedarf es bei uns zart besaiteten Europäern meist einer gewissen Eingewöhnungskur. Daher startet Vivien seit ihrer Liebe zur Indoneseien auch gleich beim Frühstück mit Chili, denn neben dem desinfizierenden Aspekt und dem großen aromatischen Spektrum haben die Inhaltsstoffe der Schoten eine ebenso gesundheitsfördernde Wirkung auf unseren Organismus.

Der Chili-Wirkstoff heißt Capsaicin. Es heizt dem Körper ein und regt die Durchblutung an, Capsaicin weitet unsere Gefäße und bringt die Zellen auf Hochtouren. Im Ayurveda heißt es, dass Chili das Verdauungsfeuer Agni anregt. Dadurch werden Speisen leichter verdaulich.

Medizinisch betrachtet ist Capsaicin ebenfalls interessant: Im Gegesatz zur landläufigen Meinung kann Chili dabei helfen, Schleimhäute aufzubauen und wird ebenso als Gegenspieler bei Entzündungsprozessen, wie bespw. Rheuma, eingesetzt. So kommt Chili (hochdosiert) unter anderem auch bei der Behandlung von Gastritis und Magengeschwüren zum Einsatz. Das mag zunächst paradox klingen, aber da Capsaicin an den Schmerzrezeptoren andockt, wirkt es schmerzstillend – wohl bedacht bei richtiger Dosierung und dauerhafter Anwendung.

Capsaicin kann darüber hinaus die Blutzucker- und Blutfettwerte verbessern. Neueste Forschungen haben außerdem gezeigt, dass der sekundäre Pflanzensgegen krebserregende Stoffe im Körper vorgeht.

Natürlich ist das ledigliche Würzen mit Chili nicht ausreichend, um einen Effekt auf die Gesundheit zu erzielen. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass das Bewusstsein darüber, welches Gewürz, welche Wirkung haben kann, unsere Ernährung und dadurch auch die Beziehug zu unserem Körper verändern wird.

Hinterlasse eine Antwort

Die übermittelten Daten werden entsprechend der Datenschutzerklärung zur Verarbeitung des Kommentars gespeichert.